Kann man Stars via Social Media direkt erreichen? Social Media Analyse der Arctic Monkeys

Im Mai 2018 hat die britische Indie-Rock Band Arctic Monkeys ein neues Album veröffentlicht. Ohne vorherige Promotion auf Social Media wäre „Tranquility Base Hotel & Casino“ vermutlich für viele Fans überraschend erschienen.

Auf Social Media ist man auf einem Präsentierteller. Komplett freiwillig und die meisten wollen und genießen diese Aufmerksamkeit auch. Während viele Personen Social Media rein zur narzisstischen Selbstdarstellung nutzen, stellen Plattformen wie Instagram und Co für viele KünstlerInnen die beste Möglichkeit dar, um ihre Werke zu präsentieren. Grafische KünstlerInnen können sich so schnell eine riesige Fangemeinde aufbauen, obwohl sie nie ausgestellt haben und niemand ihren Namen kennt.

Auch für MusikerInnen, die ihren Bekanntheitsgrad nicht durch die sozialen Medien erreicht haben, ist mittlerweile ein Kontakt mit den Fans auf diesen Plattformen unvermeidlich. Sogar Paul McCartney, der den Höhepunkt seiner Karriere zu einer ganz anderen Zeit hatte, hat einen offiziellen Instagram Account, ob der nun auch von ihm persönlich geführt wird ist zu bezweifeln. Aber das macht seinen rund 2,2 Mio. Abonnenten überhaupt nichts aus. Es ist nun einmal die einfachste Möglichkeit für sie mit Stars wie ihm in Kontakt zu treten und up to date zu bleiben.

Die Geschichte der Indie-Rock Band Arctic Monkeys beginnt im Jahre 2002, zumindest wenn man diese rein auf Wikipedia betrachtet. Facebook ist noch nicht einmal veröffentlicht, das Internet ist fast nur über Monitore, die doppelt so tief wie breit sind, zugänglich und Musikvideos werden hauptsächlich über

Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Arctic_Monkeys.jpg

Viva und MTV empfangen. Downloads sind, wenn überhaupt, illegal, Platten sind total out und Chartplatzierungen werden ausschließlich über den Verkauf von CD’s festgelegt. Nur ein Jahr, nachdem Alex Turner (Gesang, Gitarre, Keyboard) und Jamie Cook (Gitarre) zu Weihnachten Gitarren geschenkt bekommen hatten gründeten sie die Band mit weiteren Schulkollegen.

 

Bekanntheitsgrad erlangten sie ganz klassisch. Erste Gigs, mehr Aufmerksamkeit. Erste Radioauftritte, noch mehr Aufmerksamkeit. Größere Gigs, viel mehr Aufmerksamkeit als erwartet. Plattenvertrag.

Ihr Debütalbum ist das bestverkaufte Debütalbum im gesamten vereinigten Königreich. 363.735 Tonträger wurden verkauft.

Auf Instagram haben sie mittlerweile 1,1 Mio. Follower, als ich gestern nachgesehen habe waren es noch 1 Mio.

Die Seite schaut sehr ästhetisch aus, ihre Posts bestehen hauptsächlich aus grafisch höchstinteressanten Bildern, die Abbildungen von Postern darstellen, die sie an diesem Abend verkaufen werden. Für jedes Konzert haben sie ein anderes Poster, welches zu erwerben ist, was diese zu einer besonderen Rarität macht. (Auch wenn in den Kommentaren jedoch oft traurige Aussagen zu finden sind, von Fans, die auch gerne das Poster hätten, das in Buenos Aires verkauft wird, die jedoch selbst in Helsinki wohnen.)

Des Weiteren werden die Tour Daten und Infos über kommende Konzerte gepostet. Außerdem Promotion über den Online Shop. Ansonsten nicht sehr viel. Selten finden sich zwischendurch auch Fotografien, die jedoch immer in schwarz-weiß gehalten sind und eine gewisse Seriosität ausstrahlen. Keine Selfies, keine Hundefilter.

Auf Facebook haben sie sogar über 7 Mio. Follower, auf Twitter sind es 1,72.  Es finden sich jedoch überall exakt die gleichen Postings. Genauso ästhetisch, genauso informativ. Aber genau gleich.

Anscheinend ist es für bekannte MusikerInnen einfach wichtig, auf allen Plattformen vertreten zu sein und Bands profitieren nicht zwingendermaßen von dem Aufbau und der Funktionalität einer Website, wie beispielweise Fotografen von Instagram etc.

Recherchiert man nach den Seiteninformationen auf Facebook sieht man sofort, dass insgesamt 54 Personen aus 8 verschiedenen Ländern die Seite verwalten. Und es ist stark zu bezweifeln, dass einer von diesen ein Mitglied der Arctic Monkeys ist.

Diese 54 Personen enttäuschen einen jedoch nicht, die Facebookseite ist sortiert und man findet in Unterkategorien „Tour Dates“, „GIGS“, „Fotos“, „Videos“ und mehr. Das ist unglaublich praktisch und ist somit informationstechnisch beinahe ident mit der Website der Band. Es ist sogar möglich, direkt über Facebook Tickets zu kaufen.

Diese Möglichkeit wird auf Instagram und Twitter nicht geboten, was möglicherweise daran liegt. Die „Gig“ Seite kann auch kommentiert werden und somit wird für die Fans zumindest der Anschein erweckt, man habe die Möglichkeit Einfluss auf die Konzerttermine nehmen. Hier finden sich zu 99% Kommentare wie „Please come to *Heimatstadt des Users einfügen*“.

Auf ihrem YouTube Kanal „Official Arctic Monkeys“, der 3,7 Mio. Abonnenten hat finden sich alle ihre Musikvideos, die im Laufe der Zeit (und des Ruhms klarer Weise) exponentiell besser wurden.

 

Für Bands ist Social Media zur wichtigsten Informationsquelle geworden. Hier haben sie die Möglichkeit, sich nicht nur an Musiknerds zu richten via Musikmagazinen, sondern an alle ihre Fans. Auch wenn die bekanntesten MusikerInnen von dem Treiben auf ihren Seiten dieser Plattformen vermutlich nicht viel mitbekommen.

 

Beitragsbild: Quelle: https://www.flickr.com/photos/philadelphia_live/27141136157