Mit wau zum wow

Auch Tiere können Influencer sein – auf Instagram sind Profile von Hunden und Katzen (und allem anderen, das flauschig ist) extrem beliebt. Die Presse reiht das Profil der beiden französischen Bulldoggen Piggy und Polly beispielsweise sogar auf Platz 7 der beliebtesten Influencer in Österreich.

Screenshot via Presse

Auch wenn der Süßheitsfaktor der beiden Hunde natürlich einen großen Teil des Profilerfolges ausmacht, ist es auch sehr professionell aufgezogen. Lustiger und süßer Content wechselt sich ab, jedes Foto ist in weiß, beige und Pastelltönen gehalten. Die Captions sind so formuliert, als würden Piggy und Polly selbst sprechen. Hier ein paar Beispiele:

Was man (abgelenkt durch die liebenswerten Fotos) vielleicht nicht sofort bemerkt ist, dass das Profil praktisch ein reiner Werbekatalog ist. Fast überall sind Firmen verlinkt, die Möbel, Teppiche, Hundebekleidung und weiteres für die Fotos zur Verfügung gestellt haben. Eine Kennzeichnung der Posts als Werbung gibt es nie. Deswegen bleibt auch unklar, ob Geld für die Fotos bezahlt wurde (wovon auszugehen ist), oder nur die Produkte zur Verfügung gestellt wurden.

Besonders geschickt ist auch die Schleichwerbung für die eigenen Produkte eingebaut, um deren Verkauf es bei dem Profil wohl in Wahrheit geht. Pipolli.com ist die eigentliche Marke hinter dem Profil. Hier finden sich Piggy und Polly, aber auch einige andere Hundemodells wieder. Die beiden sind also eigentlich eher die Maskottchen des Unternehmens, das Hundezubehör verkauft. Wie vielen ihrer Follower das auch ohne Kennzeichnung bewusst ist, ist fragwürdig.

In diesem Ausschnitt des Feeds habe ich die Werbeinhalte markiert. Homedepot, Bonaparte und Forever 21 sind drei der häufigsten Kooperationspartner der Profils. Sogar für Festivals, wie das Coachella und für den Target-Store modeln die beiden Hundis.

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Be mine? #valentinesday ❤️

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Hier nochmal eine Werbung für Forever 21, bei der es scheinbar um den Valentinstag geht. Und selbst auf der Homepage selbst, wird vermittelt, dass der Kanal nichts mit Werbung zu tun hat:

Screenshot pipolli.com

Ist ja eh egal, oder? Hauptsache süße Hunde, könnte man meinen.

Aber was für menschliche Influencer gilt, gilt auch für Tiere. Das Profil ist nämlich auch nicht als Unternehmensprofil gekennzeichnet, sondern wirkt auf den ersten Blick wirklich wie ein Hundeblog in den viel Liebe gesteckt wurde. Sowohl die Instagramrichtlinien, wie auch die Rechtslage schreiben dann vor, das Werbung am Anfang des Texts angekündigt werden muss.

Bei gekennzeichneten Inhalten wäre das Profil aber vermutlich viel weniger erfolgreich und das Unternehmen scheint das Risiko in Kauf zu nehmen – wer verklagt schon süße Bulldoggen?